Johannes Kepler in Linz

Die Körper wären nicht schön,
wenn sie sich nicht bewegten.

Zitat: Johannes Kepler

Während seines Aufenthalts in Linz schuf Kepler zahlreiche Werke,[1] die er größtenteils auch hier drucken ließ. Die wichtigsten sind hier nach ihrem Erscheinungsjahr angeführt:

  • Bericht vom Geburtsjahr Christi (Druck in Straßburg 1613)

  • Nova Stereometria Dolorium Vinariorum (Druck in Linz, 1615)
  • Auszug aus der uralten Messekunst Archimedis (Druck in Linz, 1616)
  • Ephemerides novae Motuum Coelestium (Druck in Linz: die Jahre 1617-1620)
  • Harmonices Mundi libri V (Druck in Linz, 1619)
  • Mysterium cosmographicum (überarbeitet in Linz, 2. Auflage, Druck in Frankfurt, 1622) – editio alerta cum notis
  • Epitome Astronomiae Copernicanae (Lib. I-III: Druck in Linz, 1618; Lib. IV: Druck in Linz, 1620, Lib.: V-VII: Druck in Frankfurt 1621)
  • Chilias Logarithmorum (Druck in Marburg, 1624)
  • Tabulae Rudolphinae (Druck in Ulm, 1627)

Die Rudolphinischen Tafeln konnten aufgrund eines Brandschadens im Hause des Buchdruckers Johannes Planck in der Lederergasse Nr. 8 nicht in Linz gedruckt werden und so verließ Kepler mit seiner Familie im November 1626 Linz, um in Ulm den Druck dieses gewaltigen Werkes in Auftrag zu geben.

Kepler hatte vierzehn Jahre in Linz verbracht, so lange wie in keiner anderen Stadt. Hier hat er „wie an keinem anderen Ort als vielseitiger mathematischer Wissenschaftler und Naturphilosoph gewirkt, zum eigenen Ruhm und zur besonderen Ehre des Landes ob der Enns.“[2] Dass er sich in dieser Stadt wohlgefühlt hat kommt in einigen Briefen zum Ausdruck, in denen er mehrmals von seiner zweiten Heimat bzw. von seinem zweiten Vaterland spricht. 

In seinem Werk Tabulae Rudolphinae ehrt Kepler das Land ob der Enns und die Stadt Linz in besonderer Weise: Am Frontispiz (Abbildung, die sich auf der zweiten, dem Titelblatt gegenüberliegenden Seite befindet - siehe nachfolgende Collage) sind außer den Wappen von Böhmen und Prag auch jene von Oberösterreich und Linz zu sehen. Außerdem enthält diese Grafik eine der wenigen authentischen Abbildungen von Johannes Kepler.

[1] Vgl. Kalb & Pichler 2012, VII.

[2] Bialas 2013, 41.

Dank des unermüdlichen Einsatzes des Linzer Amateurastronomen und Hobby-Geschichtsforschers Erich Meyer, sind nun alle Wohnadressen Keplers während dessen Aufenthalt in Linz bekannt:

  • A   Mai 1612 bis Okt. 1613      ---                               „Im Weingarten“
  • B   Nov. 1613 bis Sept. 1620    Freihaus Pohlheimer     Hofgasse 7                         
  • C   Nov. 1621 bis Nov. 1626    Bürgerhaus Altenstrasser     Rathausgasse 5

Die fehlende Zeit von Oktober 1620 bis Oktober 1621 verbrachte Kepler wegen des Hexenprozesses seiner Mutter in seiner Heimat Württemberg.

Diese drei Gebäude haben alle bisherigen Katastrophen und Kriege überstanden und sind heute als historische und denkmalgeschützte Häuser in Linz zu bewundern. Zu "Im Weingarten" gibt es natürlich auch schon eine konkrete heutige Straßenbezeichnung und Hausnummer. Dieses Geheimnis wird jedoch erst nach der Veröffentlichung des neuen Kepler-Buches von Erich Meyer bekannt gegeben. Das Buch wird von Frau Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt extra für das Keplerjubiläum 2021 *), in ihrer Reihe "Geschichte der Naturwissenschaft und Technik" herausgegeben.

*) vor 450 Jahren, am 27. Dezember 1571, wurde Johannes Kepler in Weil der Stadt in Württemberg geboren.
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